Paradontologie/Microchirugie
Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnfleischs (Gingivitis), die von Bakterien hervorgerufen wird, welche sich zwischen Zahn und Zahnfleisch festsetzen. Die Enzyme, die der Körper bildet, um diese Bakterien zu bekämpfen, greifen dabei leider auch das eigene Bindegewebe und den Knochen an, was zur Schädigung des Zahnhalteapparates führen kann.
Parodontitis ist eine Infektionskrankheit und demnach ansteckend. Man sollte deshalb beachten, dass auch der Lebenspartner von dieser Krankheit betroffen sein kann und sich deshalb ebenfalls einer Untersuchung unterziehen sollte. Ebenfalls können Eltern oder Großeltern ihre Kinder bzw. Enkel anstecken und somit ein junges, gesundes Gebiss infizieren.
Ursachen und Symptome von Parodontitis
Eine Parodontitis-Erkrankung kann verschiedene Ursachen haben. So können bereits durch mangelnde Zahnpflege oder zu viel Stress die Zähne, das Zahnfleisch und der Kieferknochen erheblich geschädigt worden sein. Weitere Ursachen können eine funktionelle Störung des Kauorgans oder die Vererbung dieser Erkrankung sein.
Anfängliche Anzeichen für eine Parodontitis-Erkrankung können unter anderem Rötung, Schwellung und sogar Bluten des Zahnfleischs und Schmerzen, die nicht genau lokalisiert werden können, sowie ein unangenehmer Geschmack und Mundgeruch sein.
Bei fortschreitendem Krankheitsverlauf kann Parodontitis bis zum Kieferknochenabbau führen, was neben einer Lockerung in den meisten Fällen auch den Verlust der betroffenen Zähne bedeuten kann.
Therapiemöglichkeiten bei Parodontitis
Eine Therapie der Parodontitis ist in jedem Stadium der Krankheit möglich. Um das entsprechende Stadium zu bestimmen und dadurch einen geeigneten Therapieweg auszuwählen, muss der Parodontologe erst einmal die Ist-Situation analysieren. Er führt zunächst einen mikrobiologischen Test durch. Durch diesen lässt sich die Anzahl und die Zusammensetzung der Bakterien bestimmen. Es wird auch eine ausführliche Anamneseerhebung, die Taschentiefe und der Lockerungsgrad der Zähne dokumentiert.
Die Therapie selbst beginnt in der Regel mit einer professionellen Zahnreinigung, bei der die Zähne und vor allem der Zahnfleischrand von Plaque befreit werden. Den ersten Untersuchungen entsprechend entscheidet sich dann, wie die Therapie weiter verläuft. Denn die Tiefe der Zahnfleischtasche entscheidet, ob man konventionell oder chirurgisch verfährt.
Man hat heute auch die Möglichkeit, dem Knochen- und Gewebeschwund mit einem regenerativen Verfahren entgegenzuwirken und den Zahnhalteapparat wieder aufzubauen. Mehr zu diesem Verfahren finden Sie unter dem speziellen Themengebiet.
Konventionelle Therapie
Bei einer Taschentiefe von bis zu 5 mm kann bereits mit der professionellen Zahnreinigung ein Therapieerfolg erzielt werden. Die Taschen werden dann mit einer so genannten Kürette oder mit einem Ultraschallgerät gereinigt.
Chirurgische Therapie
Wenn die Krankheit bereits weiter fortgeschritten ist, also ab einer Taschentiefe von 6 mm, muss der Parodontologe in der Regel die Parodontitis mit einem chirurgischen Eingriff behandeln. Um die Bakterien aus den Zahnfleischtaschen entfernen zu können, wird das Zahnfleisch unter einer Lokalanästhesie vom Zahn getrennt. Das ermöglicht eine gründliche Reinigung der Zahnfleischtaschen, eine Glättung der Wurzeloberfläche. Der entstandene Zahnstein kann gründlich entfernt werden. Anschließend wird das Zahnfleisch wieder geklebt bzw. vernäht.
Bei einer sehr weit vorangeschrittenen Parodontitis kann bereit der Knochen geschädigt sein. Um den Zähnen wieder Stabilität zu verleihen, muss der Parodontologe in diesem Fall den Knochen wieder auffüllen. Dabei muss man wiederum zwischen vertikalem und horizontalem Knochenabbau unterscheiden.
Vertikaler Kieferknochenabbau
Wenn der Knochen vertikal geschwächt ist, lässt er sich wieder effektiv aufbauen. Während des chirurgischen Eingriffs der Parodontaltherapie wird entweder Eigenknocken oder KEM (Knochenersatzmaterial) an den entsprechenden Stellen eingesetzt. Nach einer solchen erfolgreichen Behandlung hat der Zahn wieder die nötige Stabilität und kann erhalten werden.
Horizontaler Kieferknochenabbau
Bei horizontalem Kieferknochenabbau ist ein erneuter Aufbau zur Erhaltung des natürlichen Zahnes nicht möglich. So muss unter Umständen der natürliche Zahn durch ein Implantat ersetzt werden. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Themenbereich Implantologie.
Nachsorge der Parodontitistherapie
Ein zufriedenstellender Therapieerfolg ist in jedem Fall nur erreichbar, wenn man auch die entsprechenden Nachsorgeuntersuchungen wahrnimmt. Darüber hinaus sollte der Patient alle 3 bis 6 Monate eine Prophylaxebehandlung in Anspruch nehmen, da die Prophylaxe die Zähne pflegt und erneuten Erkrankungen vorbeugt.
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